Vorteile & Nachteile zur Abtreibung bei Down Syndrom

Abtreibung bei Down Syndrom ist eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen für alle beteiligten Personen. In diesem Ratgeber erhalten Sie Informationen zur rechtlichen Situation, zum Ablauf der Diagnose und des anschließenden Schwangerschaftsabbruchs. Weiterhin werden Vorteile und Nachteile der Abtreibung bei Down Syndrom erläutert und langfristige Folgen beleuchtet.

Die Entscheidung für oder gegen die Abtreibung bei Down Syndrom zieht weitreichende Konsequenzen nach sich. Wir möchten mit diesem Ratgeber bewusst keine Partei für eine der beiden Pro- und Contra-Seiten ergreifen, sondern versuchen alle Aspekte möglichst objektiv zu betrachten, sodass unsere Leser auf dieser Basis eine Entscheidung treffen können.

Pränataldiagnostik und Abtreibung bei Down Syndrom

Die moderne Medizin kann im Rahmen der Pränataldiagnostik bereits während der Schwangerschaft Krankheitsbilder, Fehlbildungen und Chromosomenstörungen vorhersagen. Dies gibt Eltern die Möglichkeit zur Entscheidung, bei einer prognostizierten Behinderung (bspw. Down-Syndrom / Trisomie), das Kind abzutreiben oder sich auf das gemeinsame Leben vorzubereiten.

Etwa in der 13. Schwangerschaftswoche können bei Mutter und Kind verschiedene Untersuchungen wie

  • Mutterkuchenpunktion (Chorionzottenbiopsie)
  • Nackentranzparenzmessung
  • Punktierung der Fruchtblase (Amniozentese)
  • etc

durchgeführt werden. Bis zur 12. SSW ist der Schwangerschaftsabbruch in Deutschland erlaubt. Darüber hinaus kann bis zur 22. SSW abgetrieben werden, wenn eine körperliche oder geistige Fehlbildung des Kindes attestiert wird und dies bei der Mutter zu körperlichen oder seelischen Beschwerden führen kann. Die Abtreibung bei Down Syndrom muss durch einen Arzt erfolgen und kann nur mit Zustimmung der Mutter durchgeführt werden.

Abtreibung bei Down Syndrom
Abtreibung bei Down Syndrom: Die Entscheidung, ob Eltern ein behindertes Kind großziehen wollen, ist in der Schwangerschaft schwer zu fällen.

Ablauf des Schwangerschaftsabbruchs

  1. Besuch bei der Schwangerenkonfliktberatung. Es wird ein kostenloses Beratungsgespräch durchgeführt, bei dem alle Möglichkeiten und Informationen vermittelt werden.
  2. Erhalt einer Bescheinigung über das Beratungsgespräch und drei Tage Wartefrist zum Überdenken der Entscheidung.
  3. Zwischenzeitliches Aufklärungsgespräch beim Arzt über den Ablauf des Schwangerschaftsabbruches (Optional aber sinnvoll).
  4. Durchführung des Abbruchs mittels einer der folgenden Abtreibungsmethoden.
    • Absaugmethode: In Vollnarkose der Mutter wird das Baby durch den Muttermund abgesaugt und zerhäckselt. Dies ist mit etwa 75% die häufigste Abtreibung bei Down Syndrom in Deutschland.
    • Ausschabung: Bis zur 12. SSW kann mit einer Kürettage (Ausschabungslöffel) der Embryo und die Gebärmutterschleimhaut ausgekratzt werden.
    • Medikamentöser Schwangerschaftsabbruch: Mit der Abtreibungspille wird unter ärztlicher Aufsicht ein Medikament verabreicht, welches innerhalb der nächsten ein bis drei Tage zu einer Fehlgeburt führt. nach zwei Wochen findet eine Abschlussuntersuchung statt.

Sollten Sie unsicher sein, ob eine ungewollte Schwangerschaft besteht. Empfiehlt es sich, einen Schwangerschaftstest durchzuführen.

Vorteile und Nachteile zur Abtreibung bei Down Syndrom

In Deutschland treiben ca. 90% aller Frauen ab, nachdem Sie eine pränatale Diagnose für die Trisomie ihres Kindes erhalten haben. Nachfolgend haben wir eine Liste mit Vorteilen und Nachteilen zur Abtreibung bei Down Syndrom angefertigt.

Vorteile

  • Die Krankenkasse zahlt bei Schwangerschaftsabbrüchen, wenn eine Behinderung des Babys zu befürchten ist.
  • Man erspart dem Kind das Leben als Minderheit und schützt es vor Hänseleien und Ausgrenzung.
  • Ohne Schwangerschaftsabbruch: Aktive Entscheidung FÜR das Kind.
  • Therapeutische Maßnahmen und Gespräche mit Freunden und Partner helfen bei der Verarbeitung der Erlebnisse.
  • Zeitintensive Pflege und Betreuung im späteren Alltag wird umgangen.

Nachteile

  • Erhöhtes Frühgeburtsrisiko bei Folgeschwangerschaften.
  • In der 13. SSW besteht seitens der meisten Eltern bereits eine Verbindung zum ungeborenen Kind, die eine Entscheidung emotional erschwert.
  • Körperliche Folgen wie Unterleibsschmerzen oder Blutung.
  • Man nimmt durch egoistisches Handeln dem Kind eigenmächtig das Recht zu Leben, Lieben und Glück zu empfinden.
  • Risiko von Unfruchtbarkeit durch den Schwangerschaftsabbruch.
  • Seelische Folgen wie Schuldgefühle oder Depressionen.
  • Traumatische Geburten mit noch lebenden Kindern in späteren Schwangerschaftswochen sind möglich (bei medikamentöser Abtreibungsmethode).

Dieser Artikel gehört zur Ratgeberserie über Verhütungsthemen. Überblick aller Ratgeber:


Letzte Aktualisierung der Produktboxen am: 11.12.2018 | Alle Preise dieser Seite sind inkl. MwSt. zzgl. Versandkosten | Affiliate Links & Bilder entstammen der Amazon Product Advertising API.