Babyknowhow Banner

Verhütungspflaster – Alles über Wirkung, Sicherheit, Anwendung, Vorteile, Nachteile, Nebenwirkungen & Kosten

Das Verhütungspflaster (Hormonpflaster) ist genau das Richtige für Sie, wenn Sie auf der Suche nach einem zuverlässigen Verhütungsmittel sind. Auf den ersten Blick sieht das Hormonpflaster zwar wie ein ganz normales Gesundheitspflaster aus. Doch auf der Haut wirkt das Pflaster, unbemerkt mit einer Östrogen-Gestagen-Kombination – ähnlich wie die Anti-Baby-Pille („Pille“).

In diesem Ratgeber zum Hormonpflaster erfahren Sie

  • wichtige Hinweise zur Wirkung, Sicherheit & Zuverlässigkeit vom Hormonpflaster
  • Tipps zur Anwendung, Vorteile und Nachteile bzw. Nebenwirkungen, sowie
  • wie viel die Kosten für das Verhütungspflaster betragen und ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt.

Verhütungspflaster – Wirkung, Sicherheit & Zuverlässigkeit

Kaum auf die Haut geklebt, gibt das Verhütungspflaster (Hormonpflaster) eine Östrogen-Gestagen-Kombination über die Haut an das Blut im Körper ab. Das Prinzip der Wirkung entspricht dabei der Wirkung der Pille. Der Eisprung wird durch die Hormone unterdrückt und die Schleimhaut im Gebärmutterhals verdickt, sodass das Eindringen von Samenzellen und die Einnistung einer Eizelle unmöglich ist.

Das Verhütungspflaster hat einen Pearl-Index von 0,72 bis 0,9 und ist bei ordnungsgemäßer Anwendung also ein sehr sicheres Verhütungsmittel. Der Verhütungsschutz ist mit sehr hoher Sicherheit und Zuverlässigkeit gegeben. Selbst bei Strapazen, wie beim Sport, im Schwimmbad oder in der Sauna beweist das Hormonpflaster eine hohe Sicherheit und einen festen Halt. Sollte es wider erwarten doch einmal passieren, dass sich das Verhütungspflaster löst, bleibt der Verhütungsschutz erhalten, wenn man ihn innerhalb von 24 Stunden mit einem frischen Hormonpflaster ersetzt.

Ist das Hormonpflaster mehr als 24 Stunden locker oder abgelöst, besteht kein zuverlässiger Verhütungsschutz mehr. In diesem Fall wird ein neues Hormonpflaster aufgeklebt und ein neuer Anwendungszyklus begonnen. In den ersten sieben Tagen müssen Sie zusätzlich mit einer Barrieremethode (z.B. Kondom) verhüten.

Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster hat einen Pearl-Index von 0,72 bis 0,9. Somit zählt es als sehr zuverlässiges hormonelles Verhütungsmittel.

Wichtige Tipps zur Anwendung und Pflege vom Verhütungspflaster

Bei Beginn der Verhütung mit dem Verhütungspflaster kleben Sie dieses immer am ersten Tag der Menstruation auf die Haut. Wählen sie eine gesunde, saubere und trockene Hautstelle aus. Drücken Sie das Hormonpflaster fest auf die Hautpartie und streichen Sie die Ränder glatt. Denn nur bei sicherem Halt kann ein zuverlässiger Verhütungsschutz gewährleistet werden.

Das Hormonpflaster muss schließlich für die Dauer einer Woche auf dieser Stelle verbleiben, ehe es mit einem neuen ausgetauscht wird. In dieser Zeit ist es wichtig, den Sitz und die Haftung jeden Tag zu überprüfen.

In der vierten Woche (ab dem 22. Zyklustag) entfernen Sie das letzte Hormonpflaster für sieben Tage. Denn in dieser Woche findet die Monatsblutung statt. Nach der pflasterfreien Woche kleben Sie schließlich am 28. Zyklustag, am gewohnten Wochentag, ein neues Pflaster auf. Auch wenn die Blutung noch anhält oder gar nicht eingetreten ist.

…Ups, ich habe den ersten Tag der Menstruation verpasst!

Beginnen Sie mit dem Hormonpflaster erst am zweiten bis fünften Zyklustag, so müssen Sie die folgenden sieben Tage zusätzlich mit einem Kondom verhüten.

Unser Tipp: Mit einem Menstruationskalender behalten Sie Ihren Zyklus immer im Auge.

Verhütungspflaster – wohin kleben?

Eine der häufigsten Fragen, die Frauen zum Hormonpflaster haben, ist die Frage: „Wohin muss ich das Verhütungspflaster kleben?„. Die Antwort ist allerdings ganz einfach: Auf eine gesunde, saubere und trockene Hautstelle.

Wohin Sie das Hormonpflaster letztendlich kleben, ist Ihrem Komfort überlassen. Es empfehlen sich allerdings Gesäß, Bauch, Oberkörper oder die Außenseite des Oberarmes. Hier findet nur wenig Reibung statt, sodass das Hormonpflaster länger haften kann, ohne die Haut zu reizen. Auf keinen Fall dürfen Sie jedoch das Pflaster auf die Brüste kleben!

Wichtige Hinweise, bevor Sie das Hormonpflaster kleben

  • Kleben Sie nie das Hormonpflaster auf die Brüste!
  • Kleben Sie das Verhütungspflaster jedes Mal an einer anderen Hautstelle auf, aber im gleichen Körperbereich (z.B. abwechselnd linke oder rechte Gesäßhälfte), um Reizungen zu vermeiden.
  • Vermeiden Sie die Verwendung von Kosmetika wie z.B. Cremes, Lotionen oder Make-Up in der Nähe des Pflasters.
  • Ist das Hormonpflaster gelockert oder gar abgelöst und Sie wissen nicht, wie lange schon, dann kleben Sie ein neues Pflaster an und verhüten Sie für zusätzliche sieben Tage mit einem Kondom.
  • Während der Stillzeit dürfen Sie das Hormonpflaster nicht anwenden, da kleine Mengen der Wirkstoffe in die Muttermilch übergehen.
Merkzettel zur Anwendung vom Verhütungspflaster

Das Verhütungspflaster wird an drei aufeinander folgenden Wochen angewendet. In der vierten Woche findet die Pflasterpause statt, in der normalerweise die Blutung auftritt. Nach der siebentägigen Pause wird ein neues Hormonpflaster aufgetragen.

Vorteile, Nachteile und Nebenwirkungen vom Verhütungspflaster

Wie jedes andere Verhütungsmittel auch, bringt das Hormonpflaster Vorteile, Nachteile oder gar Nebenwirkungen mit sich. Diese sehen wie folgt aus:

Vorteile vom Verhütungspflaster

  • sehr sicheres Verhütungsmittel mit einem Pearl-Index von 0,72 bis 0,9
  • bequeme und einfache Anwendung
  • Hormone gelangen über die Haut direkt ins Blut (geringe Belastung der Leber als z.B. bei der Einnahme der Pille)
  • Erbrechen und Durchfall beim Hormonpflaster beeinträchtigen den Verhütungsschutz nicht (Schutz ist weiterhin gegeben)
  • kann im Langzyklus angewendet werden (einfach Pausen auslassen)
  • geeignet für Frauen mit Bulimie oder chronischen Darmentzündungen, viel Reisende oder Schichtarbeiterinnen

Nachteile und Nebenwirkungen vom Verhütungspflaster

  • hormonelles Verhütungsmittel
  • zu Beginn der Anwendung können unregelmäßige Blutungen und Zwischenblutungen auftreten
  • häufige Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Brustschmerzen, Hautreaktionen (Rötungen, Jucken, Ausschlag) an der Haftstelle des Pflasters, Übelkeit
  • seltene Nebenwirkungen: Thrombosen in den Venen oder Arterien
  • zu Beginn der Stillzeit darf das Hormonpflaster nicht verwendet werden
  • ab einem Körpergewicht von 90kg ist die Wirkung vom Hormonpflaster evtl. nicht mehr voll gegeben

Wie hoch sind die Kosten vom Hormonpflaster und wo kann man es kaufen?

Das Hormonpflaster kostet ungefähr 20 Euro für eine Monatspackung mit drei Stück. Für drei Monate, also neun Stück in der Packung, betragen die Kosten für das Hormonpflaster fast 40 Euro. Die Kosten sind im Vergleich zu anderen hormonellen Verhütungsmitteln ziemlich hoch und werden von der Krankenkasse nicht übernommen. Bekannte Verhütungspflaster Marken sind die verschreibungspflichtigen Hormonpflaster Evra und Lisvy Diese können Sie in jeder Apotheke kaufen. Lassen Sie sich also vor der Anwendung unbedingt von einem Gynäkologen untersuchen und ein Rezept verschreiben. Bei manchen Online-Apotheken kann man das Hormonpflaster ohne Rezept kaufen. Diese Online-Apotheken bieten eine kostenlose Online Konsultation mit einem Arzt an, der ein gültiges Rezept ausstellt. Bei jeder Erstanwendung eines Arzneimittels sollte jedoch grundsätzlich ein Arzt vor Ort aufgesucht werden.

Dieser Artikel gehört zur Ratgeberserie zum Thema Verhütung. Überblick aller Ratgeber: