Eineiige Zwillinge – Entwicklung, Wahrscheinlichkeit & Risiko

Eineiige Zwillinge entstehen aus einer befruchteten Eizelle, die sich im frühen Verlauf der Schwangerschaft teilt. Dadurch haben sie dasselbe Geschlecht, sehen identisch aus und haben die gleichen Erbanlagen. Allerdings ist eine Schwangerschaft mit eineiigen Zwillingen eher selten.

In diesem Ratgeber erfahren Sie

  • wie sich eineiige Zwillinge entwickeln
  • wie groß die Wahrscheinlichkeit ist und ob die Entstehung durch Vererbung beeinflusst wird
  • woran sie eine Schwangerschaft mit zwei Babys erkennen
  • mit welchen Risiken eine Zwillingsschwangerschaft verbunden ist
  • 5 interessante Fakten über eineiige Kinder.

Eineiige Zwillinge – Entwicklung im Bauch der Mutter

Eineiige Zwillinge entwickeln sich aus einer befruchteten Eizelle, die sich im frühen Schwangerschaftsverlauf vollständig in zwei Zellkerne teilt. Dadurch entstehen zwei Embryonen, die genetisch identische Erbinformationen enthalten.

Das bedeutet, dass die Babys nach der Geburt das gleiche Aussehen, die gleichen Erbanlagen und das gleiche Geschlecht haben. Letztere Eigenschaft unterscheidet sie von zweieiigen Zwillingen, die lediglich über ähnliche genetische Gemeinsamkeiten verfügen.

Die zwei entstandenen Embryonen wandern getrennte Wege bis zur Gebärmutter, wo sie sich in einer jeweils separaten Fruchthöhle im Bauch der Mutter einnisten. Dort reifen sie in einer eigenen Fruchtblase mit eigener Plazenta heran.

Allerdings ist es auch möglich, dass sich die befruchtete Eizelle erst nach der Einnistung (siehe auch Einnistungsblutung)  in der Gebärmutterschleimhaut teilt (innerhalb der 1. SSW). In diesem Fall teilen sich die beiden entstandenen Eizellen eine gemeinsame Plazenta. Sie können sich aber entweder gemeinsam in einer Fruchtblase oder in einer jeweils eigenen entwickeln.

In ungefähr zwei Drittel aller Fälle entwickeln sie sich in getrennten Fruchthöhlen mit gemeinsamer Plazenta. Wenn man also im Ultraschall feststellen kann, dass sich beide Babys eine Plazenta teilen, dann handelt es sich zu großer Wahrscheinlichkeit um eineiige Zwillinge.

Wahrscheinlichkeit der Entstehung eineiiger Zwillinge – Vererbung oder Zufall?

Betrachtet man die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt, so lässt sich feststellen, dass die Biologie der Frau eine große Rolle spielt. Denn je älter eine Frau ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das folikelstimulierende Hormon FSH zwei Eizellen gleichzeitig heranreifen lässt. Dadurch werden bei einer Zwillingsschwangerschaft fast immer zweieiige Geschwister geboren, die in getrennten Eizellen heranwachsen.

Daraus lässt sich erschließen, dass eineiige Zwillinge nur durch reinen Zufall entstehen und nicht durch Vererbung beeinflusst werden. Selbst wenn bereits Zwillingsgeburten mit eineiigen Zwillingen in der Familie stattgefunden haben, ist dies kein Indiz dafür, dass auch weitere Zwillingsgeburten durch Vererbung folgen werden.

Allerdings können Hormonbehandlungen bei Unfruchtbarkeit (z.B. eine künstliche Befruchtung durch heterologe Insemination, Blastozystentransfer) die Entstehung einer Zwillingsschwangerschaft beeinflussen.

Eineiige Zwillinge
Eineiige Zwillinge ergeben sich aus der Teilung einer befruchteten Eizelle und haben immer das gleiche Geschlecht, Aussehen und die gleichen Erbanlagen.

Erste Anzeichen und Symptome einer Schwangerschaft mit Zwillingen erkennen

Da erste Anzeichen und Symptome einer Zwillingsschwangerschaft identisch mit den Anzeichen und Beschwerden einer regulären Schwangerschaft mit Einzelkindern sind, gibt es keine eindeutigen Hinweise auf eineiige Babys.

Allerdings kann ein Frauenarzt eine Zwillingsschwangerschaft im ersten Schwangerschaftstrimester (zwischen der 8. SSW und 12. SSW) im Ultraschall feststellen.

Typische erste Anzeichen und Symptome sind:

  • Übelkeit
  • verstärkte morgendliche Müdigkeit
  • erhöhter Blutdruck
  • zunehmende Schwangerschaftsstreifen, Krampfadern
  • Wassereinlagerungen in den Beinen
  • Kurzatmigkeit
  • ungewöhnliche Gewichtszunahme
  • häufiger Harndrang
  • sichtbar im Ultraschall

Risiken einer Zwillingsschwangerschaft

Eine Zwillingsschwangerschaft gilt als Risikoschwangerschaft. Denn bei allen Mehrlingsschwangerschaften besteht ein erhöhtes Risiko für verstärkte Beschwerden und Schwangerschaftskomplikationen. Diese sind beispielsweise:

Eineiige Zwillinge mit einer Plazenta haben ein erhöhtes Risiko für das Zwillingstransfusionssydrom. Dieses Zwillingstransfusionssyndrom bringt sowohl Risiken für die Mutter als auch für ihre Babys mit. Es tritt zwischen der 17. SSW und der 25. SSW auf und bedarf einer häufigen Untersuchung per Ultraschall.

Mögliche Komplikationen bei zwei Kindern sind:

  • Dehydrierung
  • Blutarmut
  • Wachstumsstörungen
  • Herzschwäche
  • Bluthochdruck

5 interessante Fakten

  1. Sie haben nicht den selben genetischen Fingerabdruck. Ihr genetischer Fingerabdruck entwickelt sich nach der Trennung individuell.
  2. Ungefähr 22 Prozent aller Zwillinge sind Linkshänder. Bei Einzelgeburten liegt die Häufigkeit bei nur 10 Prozent.
  3. Eineiige Zwillinge, die während ihrer Entwicklung nebeneinander liegen, nennt man Spiegelzwillinge. Diese sind ein exaktes Abbild des Anderen. Ihre Merkmale können allerdings spiegelverkehrt auftreten (Haarwirbel, Links-Rechts-Händer, Muttermale).
  4. Sie beginnen in der 32.SSW miteinander zu spielen.
  5. Sie weisen die gleiche DNA auf. Allerdings ist das Erbgut aufgrund von minimalen Punktmutationen zu Beginn der Embryonalentwicklung nicht zu 100 Prozent identisch. Ein Vaterschaftstest und kriminelle Handlungen können also zweifelsfrei nachgewiesen werden.

Dieser Ratgeber gehört zur Artikelserie zum Thema Zwillinge. Überblick aller Ratgeber:


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