Zweieiige Zwillinge – Entstehung, Wahrscheinlichkeit & Risiko

Zweieiige Zwillinge zu bekommen, bedeutet doppeltes Elternglück, doppelte Vorfreude auf die Geburt, aber auch doppelt so viele Fragen.

Deshalb erfahren Sie in diesem Ratgeber über zweieiige Zwillinge

  • wie zweieiige Zwillinge im Mutterleib entstehen
  • worin der Unterschied zu eineiigen Zwillingen liegt
  • wie groß die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft und ein bestimmtes Geschlecht laut Statistiken ist.

Zweieiige Zwillinge – Entstehung im Bauch der Mutter

Zweieiige Zwillinge (dizygote Zwillinge) entstehen, wenn in einem Zyklus gleich zwei Eizellen heranreifen und von jeweils einem Spermium befruchtet werden. Diese zwei Eizellen nisten sich unabhängig voneinander in der Gebärmutter ein und haben immer jeweils eine eigene  Fruchtblase und eine eigene Plazenta, die sie mit Nährstoffen versorgt.

Zwischen der 8. SSW und 12. SSW ist die Entstehung einer Zwillingsschwangerschaft im Ultraschall erkennbar. Der Ultraschall wird auch bis zum Ende der Schwangerschaft eine wichtige Rolle spielen, um die Zwillinge genau zu beobachten.

Achtung: Grundsätzlich gilt jede Mehrlingsschwangerschaft als Risikoschwangerschaft, da Schwangerschaftsbeschwerden und Komplikationen häufiger auftreten können.

Zweieiige Zwillinge weisen aufgrund des häufigeren Einsetzens vorzeitiger Wehen, ein erhöhtes Risiko einer Frühgeburt auf. Die Grenze der Überlebenschance von Frühchen liegt zwischen der 23. SSW und 25. SSW. Ab der 28. SSW liegt die Überlebenschance bei 80 Prozent. Aus diesem Grund müssen Schwangere bei einer Risikoschwangerschaft häufiger per Ultraschall untersucht werden.

Zweieiige Zwillinge
Zweieiige Zwillinge enstehen aus der Befruchtung von zwei Eizellen. Die Zwillinge können entweder das gleiche oder ein unterschiedliches Geschlecht haben.

Wussten Sie schon? Zweieiige Zwillinge von zwei Vätern bekommen, ist tatsächlich möglich!

Denn die beiden Eisprünge erfolgen nicht zwangsläufig zum selben Zeitpunkt, jedoch innerhalb von 24 Stunden. Durch den zeitlichen Abstand besteht also die Möglichkeit, dass beide Eizellen von zwei unterschiedlichen Vätern befruchtet werden. Diese Geschwister bezeichnet man als „Halbzwillinge“.

Eineiige Zwillinge und zweieiige Zwillinge – was ist der Unterschied?

Wie die beiden Begriffe schon andeuten, entstehen eineiige Zwillinge (monozygote Zwillinge) durch die Teilung einer einzigen Eizelle im Verlauf der Schwangerschaft in zwei Zellkerne.

Eineiige Zwillinge haben in der Regel eine eigene Fruchthöhle im Bauch der Mutter mit eigener Plazenta. In seltenen Fällen können sie sich aber auch eine Plazenta teilen.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen monozygoten Zwillingen und dizygoten Zwillngen ist, dass monozygote Zwillinge immer das gleiche Geschlecht haben. Dizygote Zwillinge hingegen, können das gleiche Geschlecht oder ein unterschiedliches Geschlecht haben. Außerdem sind sie vom Aussehen her nicht identisch, weisen aber eine hohe Ähnlichkeit auf.

Weitere Unterschiede und Merkmale von monozygoten und dizygoten Zwillingen sind:

Zweieiige Zwillinge

  • Entwicklung / Entstehung aus zwei verschiedenen Eizellen
  • getrennte Versorgung (Fruchthöhle und Plazenta)
  • unterschiedliches oder gleiches Geschlecht möglich
  • unterschiedliche Erbanlagen
  • individuelle äußerliche Merkmale, aber hohe Ähnlichkeit
  • getrennter Blutkreislauf
  • zwei Väter möglich

Eineiige Zwillinge

  • Entwicklung / Entstehung aus einer geteilten Eizelle
  • in der Regel getrennte Versorgung (Fruchthöhle / Plazenta), kann aber auch gemeinsam sein
  • immer das gleiche Geschlecht
  • gleiches Aussehen
  • identische Erbinformationen (DNA ist allerdings nicht zu 100% identisch)
  • gemeinsamer Blutkreislauf möglich
  • nur ein Vater

Statistiken zur Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft und ein bestimmtes Geschlecht

Die Häufigkeit von Zwillingsschwangerschaften in Deutschland liegt ungefähr bei 17 von 1000 Geburten. Davon sind 13 von 1000 zweieiige Zwillinge und 4 eineiige Zwillinge.

Abhängig von genetischen Faktoren, dem durchschnittlichen Alter der Frau und der Anzahl von Kinderwunschbehandlungen schwanken die Statistiken je nach Weltregion. In Industriestaaten steigt die Wahrscheinlichkeit für zweieiige Zwillinge beispielsweise, da kinderlose Paare immer häufiger zu Hormonbehandlungen und  Methoden der künstlichen Befruchtung (z.B. heterologe Insemination) zurückgreifen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Zwillingsschwangerschaft mit zweieiigen Zwillingen steigt mit dem Alter der Frau zum Zeitpunkt der Schwangerschaft. Denn je älter die Frau ist, desto größer ist die Chance, dass das follikelstimulierende Hormon FSH gleich mehrere Eizellen in der Gebärmutter heranreifen lässt. Dadurch können auch mehrere Eizellen durch Spermien befruchtet werden. Die Konzentration  und somit auch die Wahrscheinlichkeit für zweieiige Zwillinge, ist mit etwa 38 Jahren am höchsten.

Außerdem sind die Gene für eine Schwangerschaft mit zweieiigen Zwillingen vererbbar. Denn wurden in einer Familie bereits Zwillinge geboren, ist die Wahrscheinlichkeit, im weiteren Stammbaum zweieiige Zwillinge zu bekommen, aufgrund der Erbanlagen entsprechend noch höher.

Anders sieht es bei eineiigen Zwillingen aus. Denn diese entstehen durch reines Glück und lassen sich nicht beeinflussen.

Außerdem lässt sich ein Wert zur Wahrscheinlichkeit für ein bestimmtes Geschlecht der Zwillinge nicht nennen. Doch im Allgemeinen soll der chinesische Empfängniskalender dabei helfen, den idealen Zeitpunkt für Geschlechtsverkehr herauszufinden, um ein bestimmtes Geschlecht zu beeinflussen.

Dieser Ratgeber gehört zur Artikelserie zum Thema Zwillinge. Überblick aller Ratgeber:


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