Wunschkaiserschnitt: 9 Fragen zu Ablauf, Termin & Kosten

In diesem Ratgeber beantworten wir 9 wichtige Fragen zum Wunschkaiserschnitt. Wir klären den Ablauf, Termine und welche Kosten anfallen oder von der Krankenkasse übernommen werden.

1. Wie bekomme ich einen Kaiserschnitt auf Wunsch?

Wenn Sie einen Kaiserschnitt auf Wunsch möchten, dann empfiehlt sich vorab das Gespräch mit dem Frauenarzt über den Ablauf. Im nächsten Schritt wird Sie dieser zu einem Planungsgespräch ins Krankenhaus verweisen. Dort kümmert sich der entbindende Arzt um die weitere Planung und bespricht mit Ihnen das individuelle Vorgehen bei einem Wunschkaiserschnitt. Damit später keine Kosten anfallen sollte eine medizinische Notwendigkeit vorliegen (siehe Fragen 7-9).

Wichtig: Viele Ärzte, Hebammen, Freunde, Bekannte, etc. stehen einem Wunschkaiserschnitt negativ gegenüber und werden ihren Unmut bekunden. Bleiben Sie stark und ziehen Sie Ihren Willen durch, wenn das Ihr Wunsch ist!

2. Wie ist der Ablauf beim Wunschkaiserschnitt?

  1. Ein bis zwei Wochen vor der Operation sollten Sie die Krankenhaustasche für die Geburt zusammen stellen.
  2. Einige Tage vor dem Kaiserschnitt finden im Krankenhaus medizinische Untersuchungen und Bluttests statt.
  3. Sechs bis acht Stunden vor dem Eingriff muss die Mutter nüchtern bleiben und darf weder Nahrung noch Getränke zu sich nehmen.
  4. Spätestens drei Stunden vor dem geplanten Kaiserschnitt sollte man im Krankenhaus ankommen.
  5. Bei Kaiserschnitt wird
    • der Bauch und die Schamregion durch eine Rasur von Haaren befreit.
    • eine Infusion angelegt und die Betäubung vorgenommen.
    • die Blase durch die Harnröhre mittels Katheter schmerzfrei geleert.
    • vom Arzt der Bikinischnitt und der Gebärmutterschnitt durchgeführt.
    • das Baby aus dem Bauch geholt und im wärmenden Tuch der Mutter gegeben.
  6. Eine halbe Stunde nach der Geburt ist der Mutterkuchen entfernt und die Wunde genäht.

3. Kann der Kaiserschnitt auf Wunsch unter Vollnarkose durchgeführt werden?

Bei normalem Ablauf wird beim Wunschkaiserschnitt eine regionale Spinalanästhesie angewendet. Dabei ist die Mutter wach, bekommt den ersten Schrei mit, kann ihr Kind selbst versorgen und ist schneller wieder fit. Die Vollnarkose kommt im Normalfall nur beim Notkaiserschnitt zur Anwendung, da der Körper hierbei am schnellsten betäubt werden kann. Es ist aber auch möglich in Absprache mit dem Arzt eine volle Narkose zu erhalten. Bei Vollnarkose bekommt die Mutter nichts von der Geburt mit, es bestehen etwas höhere gesundheitliche Risiken und es dauert wiederum etwas länger bis sich der Körper von der Operation erholt hat.

4. Wann kann man den Wunschkaiserschnitt anmelden?

Ein guter Termin für die Anmeldung des Wunschkaiserschnitts ist in der 35. SSW oder in der 36. Schwangerschaftswoche.

5. Wann wird der Wunschkaiserschnitt gemacht?

Der Termin für den Wunschkaiserschnitt wird möglichst nah an den errechneten Stichtag (siehe auch Geburtsrechner) gelegt. Das Baby soll sich im Bauch noch so lange es geht entwickeln können. Allerdings ist es wünschenswert, wenn die Wehen noch nicht eingesetzt haben, da dies aus medizinischer Sicht den Ablauf des Kaiserschnitts erschweren kann.

6. Darf der Partner beim Wunschkaiserschnitt anwesend sein?

Bei normalem Ablauf ist es kein Problem, wenn der Partner die Mama in den Kreißsaal begleitet. Bei einer Vollnarkose kann er das Baby sogar als Erster entgegen nehmen. Kommt es allerdings zu Komplikationen, die einen Notkaiserschnitt erforderlich machen, dann muss der Partner den Raum verlassen.

Wunschkaiserschnitt

Wunschkaiserschnitt: Bei normalem Ablauf darf der Partner im Kreißsaal bleiben und die Mutter psychisch unterstützen. Bei einer Vollnarkose kann er das Baby als Erster von der Hebamme entgegen nehmen.

7. Kaiserschnitt auf Wunsch – Wer zahlt die Kosten?

Für den reinen Wunschkaiserschnitt findet keine Kostenübernahme durch die Krankenkasse statt. In der Praxis ist es aber möglich, den Eingriff so zu begründen, dass keine Kosten für die Mutter anfallen. Da die operative Geburt gegenüber der vaginalen Entbindung mit dem doppelten Preis zu Buche schlägt und in der Regel deutlich schneller abläuft, freuen sich auch die Krankenhäuser über den Kaiserschnitt auf Wunsch.

8. Wann ist eine Kostenübernahme beim Wunschkaiserschnitt möglich?

Damit die Kosten von der Krankenversicherung gezahlt werden, muss eine medizinische Notwendigkeit vorliegen. Liegt keine Erkrankung, Beckenendlage oder Risikoschwangerschaft vor, dann langt üblicherweise auch die Angst der Mutter als Begründung. Sollte Ihre Krankenversicherung keine Kostenübernahme zusagen, dann besprechen Sie die Situation mit Ihrem Arzt und verweisen Sie beispielsweise auf folgende Bedenken:

  • Angst vor schmerzenden Wehen und Geburtskomplikationen
  • Attraktivitätsverlust nach einer natürlichen Geburt
  • Inkontinenz und Blasenschwäche
  • Unbefriedigender Sex nach der Geburt des Babys

9. Wie hoch sind die Kosten beim Wunschkaiserschnitt ohne Kostenübernahme?

Die Kosten für eine Vaginalgeburt schlagen etwa mit 1500€ zu Buche. Ein Wunschkaiserschnitt ohne Kostenübernahme wäre etwa doppelt so teuer. Die Kosten liegen je nach Quelle bei ca. 3000€. Natürlich sind Schwankungen beim Preis zwischen einzelnen Krankenhäusern möglich und auch ein unvorhergesehener Ablauf kann die Kosten der Operation verteuern.

Dieser Artikel ist Inhalt unserer Serie zum Thema SchnittgeburtWeitere Themen:

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