Kaiserschnitt Betäubung: Vollnarkose oder Spinalanästhesie?

Dieser Beitrag zur Betäubung beim Kaiserschnitt (sectio caesarea) behandelt Vorteile, Nachteile und Risiken der Narkose.  Dabei werden die drei unterschiedlichen Betäubungsarten Spinalanästhesie, Periduralanästhesie (PDA) und Vollnarkose miteinander verglichen.

Betäubung bei der Geburt mit Kaiserschnitt

Die meisten Frauen entscheiden sich in Deutschland für die natürliche, vaginale Geburt. In etwa 10-15% aller Fälle muss wegen medizinischer Gründe (bspw. Beckenendlage des Babys, blockierte Gebärmutter durch Plazenta, etc.) mittels Kaiserschnitt entbunden werden. Insgesamt erfolgt etwa ein Drittel aller Geburten als Schnittgeburt.

Da dieser Eingriff, dank der Betäubung, unter Narkose erfolgt, werden Mütter während der Geburt weitgehend von Schmerzen verschont. Mittlerweile führen Ärzte und Hebamme diesen Routineeingriff in etwa einer Stunde durch, inklusive Zusammennähen von Gebärmutter und Hautschichten. Besonders Frauen die schwanger sind und Angst vor stundenlangen Wehen haben, wählen freiwillig den geplanten Kaiserschnitt mit Betäubung. Die zurückbleibende Narbe und die Risiken der Operation werden beim Wunschkaiserschnitt offenbar als weniger schlimm empfunden.

Die drei unterschiedlichen Betäubungsarten bei der Narkose

Insgesamt gibt es drei verschiedene Arten von Betäubungen bei der Sectio Caesarea mit denen die Narkose vom Anästhesist eingeleitet werden kann. Spinalanästhesie und PDA bzw. Periduralanästhesie gehören zur Regionalanästhesie und versetzen die Mutter in eine Teilnarkose, bei der Sie das Baby während der Geburt im Wachzustand sieht. Betäubungen mittels Vollnarkose haben zur Folge, dass die Mutter während der Entbindung schläft.

Kaiserschnitt Betäubung

Kaiserschnitt Betäubung: Für die Narkose stehen insgesamt drei Varianten zur Verfügung. Spinalanästhesie und PDA sind Teilnarkosen, bei denen die Mutter die Geburt mit verfolgen kann. In der Vollnarkose sind Schwangere nicht bei aktivem Bewusstsein.

Wer als werdende Mutter schwanger ist, hat bei einer geplanten Kaiserschnittgeburt die Qual der Wahl zwischen folgenden Optionen:

Kaiserschnitt mit Spinalanästhesie

Der Kaiserschnitt mit Spinalanästhesie gehört zur Teilnarkose. Die Mutter bleibt dabei bei Bewusstsein, kann die Geburt im Wachzustand miterleben und die Entbindung des Babys sehen. Bei der Spinalanästhesie wird der Körper von der Taille abwärts betäubt. Die benötigte Menge an Betäubungsmittel ist sehr gering und wird nahe an das Rückenmark in der Wirbelsäule gespritzt. Das Kind wird mit den Narkosemedikamenten nicht oder nur gering belastet. Die Schutzreflexe der Mutter bleiben, anders als bei der Vollnarkose, im Mund- und Rachenraum erhalten.

Die Betäubung mittels Spinalanästhesie unterliegt beim Kaiserschnitt geringen Risiken, da der Einstich der Nadel zwischen dem dritten und vierten Lendenwirbel erfolgt. Dort ist eine Verletzung des Rückenmarks weitestgehend ausgeschlossen und da die Stelle des Einstichs zuvor örtlich betäubt wurde, merkt die Schwangere kaum etwas.

Periduralanästhesie (PDA) bei der Schnittgeburt

Der Kaiserschnitt mit Periduralanästhesie gehört ebenfalls zur Regionalanästhesie. Die PDA versetzt die Mutter während des Kaiserschnitts in Teilnarkose. Diese Betäubungsart wird üblicherweise bei vaginalen Entbindungen zur Schmerztherapie der Wehen eingesetzt. Kommt es zu Komplikationen, die eine natürliche Geburt verhindern, dann besteht während der Periduralanästhesie die Möglichkeit eines Kaiserschnitts.

Die Periduralanästhesie wird etwas anders durchgeführt als die Spinalanästhesie. Dadurch wirkt das Verfahren langsamer (Dauer bis zur Betäubung ca. 15 Minuten). Der Arzt kann die Stärke der Nervenblockade durch die Verdünnung der örtlichen Betäubungsmittel steuern.

Vollnarkose für den Notfallkaiserschnitt

Die Vollnarkose wirkt bei der Sectio am schnellsten. Man verwendet Sie daher auch für einen plötzlichen Notfallkaiserschnitt oder wenn medizinische Gründe die Regionalanästhesie verhindern. Manche Frauen entscheiden sich auch aktiv für diese Betäubungsart, weil sie sich nicht vorstellen können, wie sie in wachem Zustand an Bauch und Gebärmutter aufgeschnitten werden. Wenn Sie Angst davor haben, aber einen Wunschkaiserschnitt anstreben, dann sprechen Sie noch in der Schwangerschaft mit ihrem Arzt oder der Hebamme darüber. Für viele Mütter kommt die Vollnarkose als Betäubung beim Kaiserschnitt nicht in Frage, da sie das Baby nach der Geburt direkt in die Arme nehmen möchten.

Pro und Contra zu den Betäubungsarten beim Kaiserschnitt

Die Vorteile und Nachteile einzelner Narkosearten hängen auch mit den Risiken zusammen. Insgesamt sind alle Betäubungsvarianten etwa mit gleichen Risiken für das Baby versehen.

Vorteile von…

… Peridural- und Spinalanästhesie:

  • Man erlebt die Kindesgeburt im Wachzustand, sodass auch die frühe Mutter-Kind-Bindung (Bonding) gegeben ist.
  • Schutzreflexe im Oberkörper aktiv

…Vollnarkose:

  • Im Notfall erfolgt schnelle Einleitung der Entbindung durch Kaiserschnitt.

Nachteile von

…Peridural- und Spinalanästhesie:

  • Der Blutdruck kann bei der PDA plötzlich stark abfallen und es kann zu Kopfschmerzen kommen.
  • Einleitung der Operation langsamer als bei Vollnarkose.

Vollnarkose:

  • Die Mutter kann sich übergeben und das Erbrochene einatmen (selten, aber lebensgefährlich).
  • Der Blutverlust ist beim Eingriff durch die Ärzte im Schnitt etwa um 100ml höher.
  • Neun Monate Schwangerschaft und dann erleben die Mütter die Geburt nicht mit. :-/

Dieser Artikel ist Inhalt unserer Serie zum Thema SchnittgeburtWeitere Themen:

  1. Kaiserschnitt [ BetäubungGeplantWochenfluss | Pro & Contra ]
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