Neuralrohrdefekt beim Baby: Ursache, Diagnose & Vorbeugung

Ein Neuralrohrdefekt bezeichnet Fehlbildungen des Zentralnervensystems beim Baby. Diese entstehen durch einen unvollständigen Verschluss des Neuralrohrs während der Embryonalentwicklung und haben schließlich meist einen Folsäuremangel in der Schwangerschaft als Ursache.

Die häufigsten Fehlbildungen sind ein offener Rücken („Spina bifida“) und das Fehlen des Großhirns und der Schädelkalotte („Anenzephalie“). Diese Defekte können drastische Folgen wie Behinderungen oder gar eine Totgeburt haben.

In diesem Ratgeber zum Neuralrohrdefekt beim Baby erfahren Sie

  • wie sich ein Defekt am kindlichen Zentralnervensystem entwickelt
  • was die häufigsten Ursachen für Fehlbildungen sind
  • welche Möglichkeiten es zur Behandlung gibt
  • wie man einen Defekt am Neuralrohr beim Baby vorbeugt.

Neuralrohrdefekt beim Baby – Fehler bei der Entwicklung des Zentralnervensystems

Ein Neuralrohrdefekt fasst verschiedene Fehlbildungen des Zentralnervensystems beim Baby zusammen, die bei der Embyronalentwicklung entstehen.

Das Neuralrohr bildet die erste Anlage des zentralen Nervensystems, aus der sich bei einer gesunden Entwicklung schließlich Gehirn und Rückenmark bilden.

Schließt sich das Neuralrohr gegen Ende der 4. Schwangerschaftswoche nicht richtig, können sich einige Teile des Nervensystems nicht vollständig entwickeln. Diesen fehlerhaften Verschluss des Neuralrohrs bezeichnet man beim Baby als Neuralrohrdefekt.

Aus diesem Defekt entstehen letztendlich Fehlbildungen, wie zum Beispiel ein offener Rücken („Spina Bifida“) oder das Fehlen des Großhirns und der Schädelkalotte („Anenzephalie“).

Spina bifida – der offene Rücken beim Baby

Ein Spina bifida („offener Rücken“) ist der häufigste Defekt am Neuralrohr beim Baby. Beim Spina bifida liegt ein Teil der Wirbelsäule offen. Je nach Lage, Größe der Öffnung und Umfang der Schädigung des offenen Rückens, kann eine frühzeitige Operation spätere Behinderungen des Kindes verringern.

Anenzephalie – Schaden an Schädel und Gehirn

Die zweithäufigste Form des Neuralrohrdefekts ist die Anenzephalie. Bei der Anenzephalie bilden sich der Schädel und das Gehirn des Babys nicht vollständig aus. Bei dieser Form des Defekts am Neuralrohr ist das Risiko für eine Totgeburt oder einen frühzeitigen Tod kurz nach der Geburt sehr hoch.

Neuralrohrdefekt beim Baby
Ein Neuralrohrdefekt mit offenem Rücken („Spina bifida“) muss in den ersten ein bis zwei Tagen nach der Geburt operativ verschlossen werden. Sonst dringen Keime ein, die das zentrale Nervensystem des Babys zusätzlich schädigen.

Wahrscheinlichkeit und Ursache für einen Neuralrohrdefekt beim Baby

Defekte am Neuralrohr treten in Deutschland mit einer Häufigkeit von 1 bis 5 von 1000 Lebendgeburten auf.  Demnach ist etwa ein Prozent der deutschen Bevölkerung von einem Defekt am Neuralrohr betroffen. Zählt man medizinisch-notwendig eingeleitete Schwangerschaftsabbrüche hinzu, liegt der Wert wahrscheinlich noch höher.

Im weltweiten Vergleich sind allerdings verschiedene Wahrscheinlichkeiten zu verzeichnen. Denn wie aus dem American Journal of Epidemiology von 2013 hervorgeht, lässt sich ein regionaler Unterschied im Zusammenhang zwischen Umwelteinflüssen und Defekten am Neuralrohr beim Baby vermuten.

Ein Neuralrohrdefekt wird durch verschiedene Ursachen ausgelöst. Diese Ursachen sind zum Beispiel:

  • Chromosomenstörungen
  • Stoffwechseleinflüsse
  • Infektionen
  • Fieber
  • Folsäuremangel

Insbesondere, wenn hohes Fieber in der 5. SSW auftritt, ist das Risiko für einen Neuralrohrdefekt beim Baby erhöht. Denn zu dieser Zeit schließt sich das Neuralrohr normalerweise. Fieber kann den Entwicklungsprozess stören.

Ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft ist eine häufige Ursache für einen Defekt am Zentralnervensystem des Babys. Denn Folsäure ist in Kombination mit Vitamin B ein wichtiges Vitamin für die Entwicklung vom Baby. Diese beiden Schwangerschaftsvitamine benötigt der Körper vor allem für die Blutbildung und weitere Stoffwechselvorgänge.

Diagnose beim Frauenarzt – Neuralrohrdefekt beim Baby im Ultraschall erkennen

Aufgrund des hohen Risikos für Fehlbildungen ist es wichtig, einen Neuralrohrdefekt frühzeitig zu erkennen. Je nach Schweregrad des Defekts kann er entweder gut behandelt werden oder im Extremfall lebenslange Behinderungen nach sich ziehen.

Im Rahmen der pränatalen Diagnostik wird ein Neuralrohrdefekt beim Baby bereits im Ultraschall sichtbar. Deshalb ist die Diagnose beim Frauenarzt mittels Ultraschall die einzige Möglichkeit, um einen Defekt rechtzeitig zu erkennen und Therapiemöglichkeiten abzuleiten.

In den ersten ein bis zwei Tagen nach der Geburt muss beim Baby ein Spina bifida („offener Rücken“) operativ verschlossen werden. Denn anderenfalls können Keime eindringen und die Nerven noch zusätzlich schädigen.

Tipps zur Vorbeugung eines Defektes am Neuralrohr

Die Wahrscheinlichkeit für einen Neuralrohrdefekt beim Baby kann durch die vorbeugende Einnahme von Schwangerschaftsvitaminen wie Folsäure reduziert werden.

Da viele Frauen ihre Frühschwangerschaft nicht bemerken und zu dieser Zeit das Risiko für einen Neuralrohrdefekt besonders erhöht ist, sollte schon während der Babyplanung mit der Einnahme begonnen werden. Denn erst nach der Durchführung eines Schwangerschaftsfrühtests ist es bereits zu spät.

Dieser Beitrag ist Inhalt unseres Ratgebers zum Thema SchwangerschaftskomplikationenWeitere Themen:


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